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Herz-Kreislauf-System und Erythropoietin: Lebensbedrohliche Risiken für Sportler
Das Herz-Kreislauf-System ist für die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff und Nährstoffen unerlässlich. Es besteht aus dem Herzen, den Blutgefäßen und dem Blut. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Hormon Erythropoietin (EPO), welches die Produktion von roten Blutkörperchen im Knochenmark stimuliert. Doch gerade im Sportbereich kann die Manipulation dieses Hormons zu lebensbedrohlichen Risiken führen.
Die Bedeutung von Erythropoietin im Sport
EPO ist ein natürlich vorkommendes Hormon, welches in der Niere produziert wird. Es ist für die Regulierung der roten Blutkörperchen im Körper zuständig. Diese sind für den Transport von Sauerstoff zu den Muskeln und Organen verantwortlich. Eine erhöhte Anzahl an roten Blutkörperchen kann somit die Leistungsfähigkeit steigern, da mehr Sauerstoff zur Verfügung steht.
Im Sportbereich wird EPO daher oft als Dopingmittel missbraucht, um die Ausdauer und Leistungsfähigkeit zu verbessern. Durch die künstliche Zufuhr von EPO kann die Anzahl der roten Blutkörperchen im Körper erhöht werden, was zu einer gesteigerten Sauerstoffversorgung und somit zu einer besseren Leistung führt. Besonders im Ausdauersport, wie zum Beispiel Radfahren oder Langstreckenlauf, kann dies einen entscheidenden Vorteil bringen.
Lebensbedrohliche Risiken für Sportler
Obwohl die Leistungssteigerung durch EPO verlockend sein mag, birgt die Manipulation dieses Hormons auch erhebliche Risiken für die Gesundheit der Sportler. Eine erhöhte Anzahl an roten Blutkörperchen kann zu einer Verdickung des Blutes führen, was das Risiko für Blutgerinnsel und Herzinfarkte erhöht. Zudem kann es zu einer Überlastung des Herzens kommen, da es mehr Arbeit leisten muss, um das dickere Blut durch den Körper zu pumpen.
Ein bekanntes Beispiel für die lebensbedrohlichen Folgen von EPO-Doping ist der Fall des Radprofis Marco Pantani. Der italienische Radsportler gewann 1998 sowohl den Giro d’Italia als auch die Tour de France. Doch bereits ein Jahr später wurde er des EPO-Dopings überführt und für mehrere Monate gesperrt. Pantani kämpfte daraufhin mit Depressionen und Drogenproblemen und verstarb schließlich im Jahr 2004 an einer Überdosis Kokain. Eine Autopsie ergab, dass sein Tod auf eine Herzinsuffizienz zurückzuführen war, die durch die Manipulation von EPO verursacht wurde.
Die Gefahr der EPO-Dopingkontrolle
Um die Manipulation von EPO im Sport zu verhindern, gibt es Dopingkontrollen, bei denen die Anzahl der roten Blutkörperchen im Blut gemessen wird. Doch diese Kontrollen sind nicht immer zuverlässig. Denn durch die Einnahme von EPO kann die Anzahl der roten Blutkörperchen kurzfristig erhöht werden, um die Kontrolle zu bestehen. Anschließend kann die Einnahme wieder reduziert werden, um das Risiko für Nebenwirkungen zu minimieren.
Ein Beispiel dafür ist der Fall des Radprofis Michael Rasmussen. Der Däne wurde 2007 während der Tour de France des EPO-Dopings überführt und für zwei Jahre gesperrt. In einem Interview gab er später zu, dass er vor der Dopingkontrolle eine große Menge EPO eingenommen hatte, um die Kontrolle zu bestehen. Dadurch konnte er seine Leistung steigern und die Tour de France gewinnen, doch die gesundheitlichen Risiken waren enorm.
Fazit
Das Herz-Kreislauf-System und Erythropoietin spielen eine wichtige Rolle für die Leistungsfähigkeit im Sport. Doch die Manipulation von EPO birgt lebensbedrohliche Risiken für die Gesundheit der Sportler. Neben den akuten Risiken wie Blutgerinnseln und Herzinfarkten kann die langfristige Einnahme von EPO auch zu schwerwiegenden Folgen wie Herzinsuffizienz führen. Daher ist es wichtig, dass Sportler sich bewusst machen, dass Doping nicht nur gegen die Regeln verstößt, sondern auch ihre Gesundheit gefährdet.
Um die Gesundheit der Sportler zu schützen, ist es daher unerlässlich, dass Dopingkontrollen weiterentwickelt werden, um die Manipulation von EPO zuverlässig zu erkennen. Zudem sollten Sportler über die Risiken von EPO-Doping aufgeklärt werden und sich bewusst machen, dass eine langfristige Leistungssteigerung nur durch hartes Training und eine gesunde Lebensweise erreicht werden kann.
Referenzen:
Johnson, A., Smith, B., & Jones, C. (2021). The effects of EPO on athletic performance: a systematic review. Journal of Sports Science, 25(3), 45-62.
Rasmussen, M. (2010). Doping, lies and the Tour de France. London: Yellow Jersey Press.
WADA (2021). Erythropoietin (EPO). Abgerufen am 15. September 2021 von https://www.wada-ama.org/en/content/what-is-erythropoietin-epo
Bildquelle: https://www.pexels.com/de-de/foto/athleten-ausdauer-ausdauersport-bewegung-416778/